E-Commerce

Retouren im Onlineshop: So stimmen Umsatz und Steuer wieder

Einfach erklärt

Umsatz runter, Steuer runter, Ware zurück ins Lager: was bei jeder Retoure buchhalterisch passieren muss – und warum Plattform-Salden in die Irre führen.

Einfach erklärt

Die kurze Antwort

Jede Retoure ist steuerlich eine Rückabwicklung: Dein Umsatz sinkt, deine Umsatzsteuer sinkt, deine Ware kommt zurück ins Lager. Alle drei Dinge müssen in der Buchhaltung ankommen – sonst zahlst du Steuern auf Umsätze, die es nicht mehr gibt.

Was bei einer Retoure passiert

Erstattest du den Kaufpreis, mindert das deinen umsatzsteuerpflichtigen Umsatz im Monat der Erstattung. Du musst dafür keine alte Rechnung ändern – die Korrektur läuft über die laufende Buchhaltung. Wichtig ist der Beleg: eine Storno- oder Erstattungsbestätigung, aus der Betrag und Bezug zur ursprünglichen Bestellung hervorgehen. Bei Teilerstattungen – etwa Preisnachlass wegen eines Mangels – gilt dasselbe für den Teilbetrag.

Die Plattform-Falle

Verkaufst du über Marktplätze, verrechnen die Plattformen Erstattungen direkt mit deinen Auszahlungen. Auf dem Konto landet nur der Saldo. Wer nur die Auszahlungen bucht, hat weder die Verkäufe noch die Retouren einzeln in den Büchern – und kann die gemeldeten Zahlen der Plattform nicht mehr mit der eigenen Buchhaltung abstimmen. Buche Verkäufe und Erstattungen getrennt, nicht nur den Zahlungssaldo.

Ware zurück – und dann?

Die zurückgekommene Ware gehört wieder in den Bestand – aber ehrlich bewertet. Originalverpackt und wiederverkäuflich: voller Wert. Geöffnet, beschädigt, nur als B-Ware verkäuflich: entsprechend weniger. Unverkäufliches wird ausgebucht. Diese Bewertung wirkt direkt auf deinen Gewinn und gehört spätestens zur Inventur sauber dokumentiert.

Der häufigste Fehler

Retouren laufen nur über das Zahlungskonto und tauchen nirgends als eigener Vorgang auf. Bei wachsender Retourenquote – in Mode und Schmuck schnell 20 bis 40 Prozent – entsteht so eine Buchhaltung, die systematisch zu hohe Umsätze zeigt. Richte von Anfang an einen festen Prozess ein: Erstattung gebucht, Ware bewertet, Beleg abgelegt.

Wie du Retouren in deinem Shop-System und deiner Buchhaltung sauber verknüpfst, klären wir gern in einem Erstgespräch.

Häufige Fragen

Muss ich für jede Retoure die alte Rechnung ändern?

Nein – du korrigierst den Umsatz in dem Zeitraum, in dem die Ware zurückkommt und du erstattest. Die ursprüngliche Rechnung bleibt bestehen, die Rückabwicklung ist ein eigener Buchungsvorgang.

Bekomme ich die abgeführte Umsatzsteuer zurück?

Die Umsatzsteuer holst du dir über die nächste Voranmeldung zurück: Deine Bemessungsgrundlage sinkt um den erstatteten Betrag. Das passiert automatisch richtig, wenn die Erstattung sauber gebucht ist.

Was passiert, wenn ich Retouren einfach ignoriere?

Dann stimmen weder Umsätze noch Bestand: Du zahlst Umsatzsteuer auf Verkäufe, die nie welche waren, und dein Wareneinsatz passt nicht zur Realität. Bei einer Prüfung fällt genau diese Lücke auf.

Fachlich geprüft und redaktionell verantwortet von

Michel Kania

Steuerberater · Steuerkanzlei KANIA. Beratung für vegane Unternehmen, deutschlandweit.

Stand: Juli 2026

Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.

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Einordnung statt Informationsflut

Was bedeutet das im konkreten Fall?

Die Rechtslage wirkt sich je nach Betrieb, Rechtsform und Abläufen unterschiedlich aus. Dieser Beitrag gibt eine erste Orientierung, ersetzt aber keine individuelle steuerliche Prüfung.

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